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Capriccio C 5138

Und auch in unserer ambitionierten Louise-Farrenc-Edition können wir jetzt noch weitere Kammermusik (zwei Trios, Variationen und eine Klaviersonate) vorstellen, für die sich das Linos Ensemble äußerst verdient gemacht hat. Schon zwei weitere CDs mit Farrencs Sextett und Klaviertrios sind mit dem Ensemble erschienen. Wie in allen ihren Kammermusikwerken ist der Klavierpart sehr anspruchsvoll und spiegelt auch pianistisches Können der Komponistin wider. Die Trios stecken erneut voller Energie, Dynamik und überraschender, origineller und witziger Details. Im Trio op. 45 wird dieVioline durch die Flöte ersetzt. Gerade in der veränderten Besetzung spiegelt sich die kompositorische Reife Farrencs wider: Der Klavierpart wirkt gegenüber den ersten beiden Trios durchsichtiger zugunsten der Flöte und der Flötenpart selbst zeigt eine vollkommen idiomatische Behandlung des Blasinstruments, dessen Virtuosität und Wendigkeit ebenso zur Geltung kommen wie die melodisch-gesanglichen Qualitäten.

Linos Ensemble
cpo 11164029
Veröffentlichung 7/2023

Klaviertrios Nr. 2 und 4, Violinsonate Nr. 1
Variations concertantes op. 20

Louise Farrenc (1804-1825) hatte es gleich doppelt schwer: Zum einen als komponierende Frau und zum anderen als ausschließliche Schöpferin von Instrumentalmusik im operntrunkenen Paris des 19. Jahrhunderts. Francais Fetis, einer der einflussreichsten Kritiker seiner Zeit schrieb über sie: »Leider verlangt das Genre der großen Instrumentalmusik, zu dem sich Madame Farrenc ihrem Wesen und ihrem-Studium noch berufen fühlte, Aufführungsmittel, die sich ein Komponist oft nur unter enormen Mühen verschaffen kann. Hinzu kommt ein wenig kenntnisreiches Publikum und Verleger, die sich – insbesondere in Frankreich – bei wertvollen Werken ohnehin die Ohren zuhalten. Hier liegt der Grund dafür, dass Madame Farrenc‘ Schaffen bei uns in Vergessenheit geraten ist, während es zu einer anderen Zeit jedem Künstler zur Ehre gereicht hätte.«

Pressestimmen

FonoForum November 2023