Die Schönberg-Box in der CD-Kritik

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Vor hundert Jahren, im November 1918, gründeten Arnold Schönberg und Anton Webern in Wien den „Verein für musikalische Privataufführungen“, dem sich der dritte große Exponent der Neuen Wiener Schule, Alban Berg, bald anschloß. Ziel war die Erziehung des Publikums zum Verständnis der modernen Musik durch exemplarische Interpretationen. Dem Fehlen eines in den meisten Werken geforderten großen Orchesters trat man dabei kompositorisch produktiv entgegen, indem man Fassungen für Kammerensemble erstellte, die das Wesentliche der Musik zum Ausdruck bringen sollten. … weiterlesen bei www.klassik-heute.com

Neu veröffentlicht: Die Box zum Verein für musikalische Privataufführungen

Linos Capriccio 8CD-Box 7265

Mit dem Verein für musikalische Privataufführungen, den Arnold Schönberg vor einhundert Jahren (1918) ins Leben gerufen hat, beschäftigte sich vor zwanzig Jahren der Gründer des Linos Ensembles, Klaus Becker, ohne zu wissen, dass sich zur selben Zeit auch Hans Winking, der inzwischen leider verstorbene Kammermusikredakteur des Westdeutschen Rundfunks, für dasselbe Thema interessierte. Beide begaben sich unabhängig voneinander auf die Suche nach den vielen Bearbeitungen dieses Vereins. Die Initialzündung des vorliegenden Projektes bestand in einem Telefonat, durch das beide von den Ideen des jeweils andern erfuhren. Klaus Becker reiste nach Wien, besuchte das Arnold Schönberg Center und konnte Johannes Kernmayer, der schon damals durch zahlreiche CDs mit dem Ensemble verbunden war, für das neue Vorhaben gewinnen, das darin bestehen sollte, möglichst alle Bearbeitungen des Vereins aufzunehmen und zu veröffentlichen.

Mit der vorliegenden Box, in der sämtliche acht Produktionen enthalten sind, kommt das Projekt nach zwei Jahrzehnten zum Abschluss. Der Anfang war einfach und glücklich, und auch das Ende ist beglückend. Dazwischen waren viel Energie und Idealismus vonnöten. Nachdem drei CDs als Koproduktion mit dem WDR aufgenommen worden waren, galt es einen neuen Partner zu finden, der mit dem gleichfalls in Köln beheimateten Deutschlandfunk auch gefunden wurde. Die Abstände zwischen den Veröffentlichungen der einzelnen Tonträger wurden immer länger, und damit vermehrten sich auch Zweifel und Fragen.

Desto größer ist jetzt unser Stolz und unsere Freude. Die Zielsetzung des Vereins für musikalische Privataufführungen, der Musik nämlich abseits des sensationslüsternen, oftmals viel zu oberflächlichen Musikbetriebs zu einem wirklichen Verständnis zu verhelfen – dieses Ziel ist heute so aktuell wie vor einhundert Jahren und hat sich für uns als Ensemble erfüllt: Dass wir die Werke ohne Dirigenten einstudierten, im Konzertsaal spielten und im Studio aufnahmen, hat uns geholfen, die Schöpfungen immer tiefer zu begreifen. Anton Webern meinte, der Verein sei »nicht für Komponisten, sondern fürs Publikum«. Wir können ergänzen: auch für uns ausübende Musiker!

Mario Blaumer, Linos Ensemble

Arnold Krug: CD-Tipp bei SR2

Linos Ensemble: Kammermusik von Arnold Krug
Der CD-Tipp der Woche in Canapé
Von Gabi Szarvas

Gerade haben sie ihren 40. Ensemble-Geburtstag gefeiert, mit einem Konzert der Jubiläumstournee auch hier in Saarbrücken. Denn das Linos-Ensemble hatte schon immer einen saarländischen Kern. Heute noch mit dabei sind zwei DRP-Musiker: Klarinettist Rainer Müller van Recum und Cellist Mario Blaumer. Besetzungstechnisch sind die Linosse sehr flexibel, vom Trio bis zur Zehnerbesetzung ist alles möglich. Und damit auch Werke von der Klassik bis in unsere Zeit.

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ECHO Klassik 2017: Video-Clip & Fotos von der Verleihung

Echo Klassik 2017
in der Elbphilharmonie in Hamburg am 29.10.2017
Fotos: BrauerPhotos / O. Walterscheid für Bvmi

aktuelle cd-neuheit

abschluss der serie

In der ersten umfassenden Reihe mit Einspielungen von Bearbeitungen, die für Arnold Schönbergs Verein für musikalische Privataufführungen angefertigt wurden, widmet sich das LINOS Ensemble mit seinem neuen Album drei besonders interessanten Entdeckungen.

Zum einen geht es um eine Komposition von Schönberg selbst, nämlich die populäre Kammersymphonie, hier in einer Kammerorchesterfassung von Anton Webern. Zum anderen erklingen die Maeterlinck-Gesänge Alexander von Zemlinskys in der Bearbeitung von Schönbergs Schüler Erwin Stein. Als herausragende Entdeckung erweist sich zudem Erwin Steins Bearbeitung von Ferruccio Busonis Berceuse élégiaque Op. 42.

Arnold Schönberg
Kammersymphonie op. 9
(bearbeitet für Kammerensemble von Anton Webern)
Alexander Zemlinsky
Sechs Gesänge op. 13 „Maeterlinck-Gesänge“
(bearbeitet für Singstimme und Kammerensemble von Erwin Stein und Andreas Tarkmann)
Ferruccio Busoni
Berceuse élégiaque op. 42
(bearbeitet für Kammerensemble von Erwin Stein)
Zoryana Kushpler, Mezzosopran
Linos Ensemble
Capriccio C 5138

Veröffentlichung 8.09.2017
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